Sophia Beli
Autorin

Magie, Haushalt und die großen Träume

Im Gegensatz zu vielen anderen Schreibenden hat mich der Schreibwahn recht spät im Leben gepackt. Es war eher ein Zufall (obwohl gibt es die wirklich?). Ich war mitten in meiner Elternzeit, hatte Augenränder vom Schlafmangel und eigentlich immer Windeln zum Wechseln dabei. Plötzlich wusste ich, was ich Neues wachsen lassen wollte. Magie und meine Träume.

Magie

Wenn vormittags die Kinder in der Schule sind – ja, es sind ein paar Jahre vergangen –, liegt meine Aufgabe darin Worte zu Papier zu bringen. Ich schreibe von magischen Orten, Liebe und meist auch mit einer Prise Humor. Mein Fokus liegt mittlerweile  auf Romantasy-Büchern.

Es fällt mir an den meisten Tagen leicht, in diese fantastischen Welten abzutauchen, mich in die Magie fallen zu lassen und alles um mich herum zu vergessen. Hier brauche ich keine Schreibmotivation, weil mich die Geschichten an sich schon dazu ermutigen, weiterzumachen. Ich will ja schließlich auch wissen, was genau auf der nächsten Seite passiert.

Hier eine kleine Anekdote: Als ich 2015 mit Liebesromanen anfing, weil Fantasy-Romane mir zu schwer erschienen, war ich einmal so in meine Geschichte versunken, dass ich sogar die Schnuller der Kids auf dem Herd vergessen habe, bis der Rauchmelder mich lautstark darauf hinwies. Die Kids waren bei den Großeltern und keinerlei giftigen Dämpfen ausgesetzt, also brauchst du nicht das Jugendamt anrufen.

Das Beispiel zeigt, wie tief ich wirklich abtauche. Für mich ist es nach den vielen Jahren recht schnell möglich in die Geschichte wieder abzutauchen. Schwerer fällt es mir hingegen, nicht jeder Idee überstürzt nachzujagen. Aber das hat etwas mit Disziplin zu tun, denke ich. Oder auch mit dem Fokus. Denn nur wenn man sich immer wieder dransetzt, um den nächsten Satz, den darauffolgenden Absatz oder die vielen Seiten danach zu schreiben, kann man irgendwann ein Buch veröffentlichen.

Ich vergesse tatsächlich alles um mich herum, stelle mir die Geschichte sehr bildlich vor und baue Freundschaften zu meinen Protagonisten auf. Das führt leider auch zu dem Problem, dass ich ihnen eigentlich nie etwas Böses will. Ich mag sie eben wie echte Freunde. Aber manchmal ist es auch unausweichlich wie im realen Leben. Manchmal muss man sich von jemandem trennen, der einem nicht gut gesinnt ist oder mit dem man sich auseinandergelebt hat.

Haushalt

Wenn die Kinder dann aus der Schule kommen, ist auch für mich Ende mit der Schreibzeit. Dann widme ich mich ihnen und den alltäglichen Dingen.

Zuerst essen wir alle zusammen, erzählen uns wie unser Tag bisher verlaufen ist und welche Pläne wir noch haben.

Dann helfe ich den Kindern dabei, die Küche aufzuräumen (der schlimme Spülmaschinen-Dienst), die Hausaufgaben evtl. zu besprechen und Vokabeln zu pauken. Zwischen allem räume ich auf, putze oder bügle ich. Ehrlich gesagt mag ich diese Aufgaben nicht besonders. Allerdings liebe ich es, in ein aufgeräumtes Wohnzimmer zu kommen oder auch abends in ein frisch bezogenes Bett zu schlüpfen. Mmh, herrlich.

Natürlich besitzen wir alle dieses wahnsinnig tolle Organ – das Gehirn. Während ich nämlich all den Haushaltsaufgaben nachgehe oder den Kindern den Satz des Pythagoras erkläre, denke ich passiv über all die Probleme nach, die ich am Vormittag fabriziert habe. Das schafft das Gehirn nämlich, manchmal klappt dieses passive Nachdenken für mich sogar viel besser, als wenn ich aktiv darüber nachdenke. So habe ich schon den einen oder anderen Twist auf- oder ausgelöst. Dann freue ich mich immer besonders.

Was ich aber eigentlich damit sagen möchte: Das Schreiben im Alltag ist neben Familie / Job oder anderen Beschäftigungen möglich. Es ist sogar wahre Therapie. Was man dazu braucht? Eine Schreibroutine, weil man sonst einfach nicht weiterkommt. Und dieses Stagnieren frustriert uns letztendlich immer. Und dafür sind unser Leben einfach zu kostbar.

Die großen Meister sagen immer, dass man sein „Warum“ kennen muss. Hast du dich das schon einmal gefragt? Wenn nicht, dann tue ich das jetzt? Warum schreibst du? Jetzt greif mal zu Zettel und Papier, um dir deine Gründe aufzuschreiben. Ohne darüber nachzudenken, lass es einfach fließen. Finde hier Zeit zum Schreiben. Es sind die kleinen Momente, die schließlich den Unterschied machen.


Hier kommt meine Antwort:


Große Träume

Mittlerweile habe ich schon viele Bücher geschrieben, noch mehr angefangen zu schreiben oder geplant. Das alles, obwohl ich es nie beabsichtigt habe.

Dies alles wäre nicht möglich, würde ich nicht träumen. Dafür schließe ich die Augen und stelle mir meinen schönsten Tag vor. Welche Menschen begleiten mich dann noch und welchen Dienst an der Gemeinschaft habe ich geleistet? Probiere es gern mal für dich aus!

Ganz ehrlich, diese Art von Fragen habe ich mir vor ein paar Jahren noch nicht gestellt. Da lief ich durch mein Leben und habe alles hingenommen. Klar, manche Menschen waren damals blöd und sind es heute noch. Nur meine Art ihnen zu begegnen und ihnen zu erlauben, mir meine Freude zu nehmen, hat sich verändert. Und das mit Nachdruck. Weil das Leben nicht einfach passiert, wir formen es, wenn uns die Macht darüber wieder klar wird und welche Rolle unsere Vergangenheit dabei spielt.

Dann fand ich zur Selbstreflexion, auch Spiritualität genannt. Was sich wie eine Religion anhört, bedeutet für mich nur, dass ich mich mit mir und meinen vergangenen Erlebnissen, Ängsten und Träumen beschäftige. Plötzlich bemerke ich Dinge, die mir in der Stille beim Meditieren auffallen. Da erkenne ich klar, welche Person meine Grenzen übertritt, welche Situation für mich nicht mehr haltbar ist und welche Menschen mit mir tanzend durch die Straßen laufen, weil uns egal ist, was andere sagen. Und ich kann nur noch einmal betonen, wie wertvoll und befreiend diese Art von Rückzug ist.

Ist es immer leicht? Bei weitem nicht. Manchmal kostet es mich Mut, in die Tiefen abzusteigen und mich noch einmal den schmerzhaften Erfahrungen zu stellen. Es sind die vergangenen Erlebnisse, die unser Heute prägen. Deswegen liegt auch hinter jeder Träne, die ich für den damaligen Schmerz vergieße, Kraft und Freiheit. Das ist keine Floskel, es ist ein Geschenk. Niemals zuvor war ich mir so klar darüber, was ich will und welcher der nächste Schritt ist.

Du fragst dich jetzt vielleicht: Wie das Autor:innen beim Schreiben hilft? Also, erst die Stille, dann den Fokus schriftlich auf Papier. Denn was wir aufschreiben, hat mehr Bedeutung. Dadurch verarbeiten wir Eindrücke anders und bekommen Klarheit darüber, welche Fortschritte wir machen und wo unser Ziel liegt. Merkwürdig, aber so ist unser Gehirn einfach gestrickt. Und dann kann man sich nach und nach seine verbindliche Schreibroutine aufbauen. Wir machen einen Termin mit uns selbst, die „Zeitinseln“ wie es Karsten Dusse in seinem Buch „Achtsam morden“ beschreibt (übrigens ein sehr empfehlenswertes Buch!)

Achtet auf euch und eure Träume. Sie sind die Lichter, die wir in dunklen Zeiten im Herzen tragen.

Jetzt bist du dran: Schließe deine Augen, beginne zu träumen und schreibe es auf. Nicht  nur eine Geschichte, sondern dein Leben wie es möglich ist, wenn du mutig bist.



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