Sophia Beli
Autorin

Du bist mehr als ein*e Autor*in

Als Autor*in, besonders als Selpublisher*in bist du mehr als ein bloßer Schreiberling, der allein in seinem Kämmerlein sitzt und fröhlich auf den Tasten herumklimpert. Das Bild der unnahbaren Künstler hat sich mit den Jahren verändert.

Du bist mehr als ein Autor


Wenn man als Autor beginnt, denkt man nicht direkt über die Vermarktung nach – zumindest war das bei mir nicht so. Für mich stand zunächst im Vordergrund, dass ich mein erstes Buch beendete. Dass diese Idee von eigenem Buch nicht bloß ein Hirngespinst blieb.

Ein Wort nach dem anderen. Zweifel wuchsen, ich haderte und fragte mich, was nach dem Wort »Ende« passieren würde. Ich fing an zu recherchieren, meldete mich auf Social Media an (damals noch Facebook) und lernte meine ersten Mitstreiter kennen. Ich begann mich mit ihnen online auszutauschen und wir lasen unsere Texte gegenseitig, um unsere Gedanken miteinander zu teilen.

Ich hatte mein Buch nach dem Korrektorat an meine befreundete Autorin gegeben, die mich nach ein paar Tagen anschrieb und fragte, ob ich ihr nicht doch die Rohfassung geschickt hatte.

Mir wurde heiß und kalt. Nach einer Weile verstand ich dann, dass meine Korrektorin nicht unbedingt eine Fachkraft war.

Zum ersten Mal musste ich als Unternehmerin auftreten, Grenzen ziehen und auf mein Recht einer Auftraggeberin pochen. Leider war es kein Einzelfall. Aber das geschieht nun mal, wenn man mit Menschen zusammenarbeitet. Nicht jeder hat den gleichen Anspruch. Manchmal fällt es schneller auf als beim anderen Mal. Wenn das Buch schon veröffentlicht ist, hagelt es schon einmal schlechte Bewertungen.

Aber dein Name steht auf den Büchern, nicht der Name der Korrektorin / des Korrektors.

Also bist du schon einmal Unternehmer neben der reinen Autorentätigkeit.


Das Buch muss beworben werden


Auf Social Media findet man schnell viele Menschen. Der Dopaminrausch ist genauso hoch, wie die Daumen schnell über die Displays fliegen.


Auch ich habe mich diesem Druck gebeugt. Habe versucht, täglich zu performen und mir immer wieder etwas einfallen zu lassen.

Nur fiel mir das niemals leicht.

Das überraschte mich.

Denn ich arbeite gern mit anderen Menschen zusammen.

Aber die Anonymität auf Social Media und der Druck, den ich in mir wahrgenommen habe, hat mir nicht das Gefühl vermittelt, dass ich mit echten Menschen interagiere. Es waren Namen, keine Gesichter.

Erst als ich die ersten Menschen hinter diesen Profilen auf Messen traf, spürte ich wieder die mir bekannte Freude.

Trotzdem dauerte es, bis ich begriff, dass Social Media nicht mein Vermarktungsweg ist. Es blieb nur die Frage: Welcher ist es dann?

Halten wir fest: Neben dem Schreiben bist du auch Unternehmer*in und Marketingabteilung in einer Person.

Aber ich bin doch auch ich

Ich schreibe jetzt über 10 Jahre und es hat rückwirkend so unendlich lang gedauert, bis ich das verstanden habe. Du rollst jetzt vermutlich mit den Augen, aber manche Einsichten dauern einfach länger.

Zumindest habe ich letzten Monat verstanden, dass ich keine Rolle spielen muss, um noch mehr Leser zu erreichen. Ich muss nicht vor der Kamera tanzen, obwohl es mir keinen Spaß macht. Und ich muss auch nicht dauerhaft fröhlich sein, nur damit ich nicht als Trauerkloß abgestempelt werde.

Denn irgendwann habe ich begriffen: Es geht gar nicht darum, möglichst viele Leser zu erreichen.

Es geht darum, die richtigen Leser zu finden.

Ich bin Sophia Beli.

Ich muss keine Rolle spielen. Ich muss niemand anderes sein. Ich darf meine Gedanken teilen, meine Freude zeigen und auch meine Zweifel.

Das bedeutet, dass ich meine Gefühle und Gedanken ganz ehrlich teilen darf.

Wird das allein gefallen? Vermutlich nicht.

Werde ich dadurch mehr Leser bekommen? Das weiß ich nicht.

Aber ich bin wahrhaftig und ich glaube, dass man das spürt.

Also hier meine Erkenntnisse noch einmal: Du bist mehr als eine Autor*in. In allererster Linie bist du ein Mensch. Du bist vielleicht nicht perfekt, aber Perfektion wäre auch langweilig. Deshalb mein Wunsch an dich:

Vergiss zwischen Marketingplänen, Algorithmen und Reichweiten nie den Menschen hinter den Büchern.

Zeig deine Freude. Zeig deine Zweifel. Lache, wenn dir danach ist. Weine, wenn du traurig bist. Und wenn Tanzen einfach nicht dein Ding ist, dann lass es.Die Leser, die wirklich zu dir passen, werden nicht wegen einer perfekt inszenierten Rolle bleiben.

Sie bleiben, weil du du bist.


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Um immer wieder in die eigene Kraft zu kommen, benötigt jeder eine Krafttankstelle. Wenn du wissen willst, was das ist und wie du deine ganz persönliche findest., lies unbedingt diesen Beitrag von mir:

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Wenn ich mir vorstelle, es gäbe ein wenig mehr, als das was wir kennen, sehen und glauben zu wissen, sind es immer die Hexen und die Fähigkeiten Magie anzuwenden, die ich besonders faszinierend finde.

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