Sophia Beli
Autorin

Buchbibel

Der Weltenbau entscheidet, ob sich eine Geschichte echt anfühlt oder wie eine lose Aneinanderreihung von Idee. Also liegt es auch am Weltenaufbau, ob der Autor seine Leser in den Bann zieht oder trägt es allein die Geschichte?

Wie erschafft man ganze Königreiche, das über ein stimmiges Magiesystem, Völker und Rebellengruppen verfügt?

In diesem Blogbeitrag nehme ich dich auf meine persönliche Suche nach dem perfekten System, das sich für mich stimmig anfühlt.

Der Zauber jeden Anfangs

Es gibt mehrere Verfahren, eine Buchwelt zu erstellen. Hier teile ich mit dir meinen absoluten Favoriten. Allerdings birgt es auch Gefahren für das schreibende Volk, das sich durch die eigene Vorstellungskraft nur allzu gern ablenken lässt. Also hier der Hinweis: sei wachsam, wenn du dich in die Abgründe dieses Weltenaufbaus wagst. Ich habe gehört, dass manche nie von dieser Reise zurückgekommen sind.

Als ich beschloss, endlich meinen großen Traum zu Leben und Fantasieautorin zu werden, stand ich vor einem riesigen Problem. Zumindest kam es mir damals so vor. Zu diesem Zeitpunkt habe ich schon etliche Bücher gelesen, die einen faszinierten Widerhall in mir zurückgelassen hatten. Dabei waren es nicht nur die Charakter, die mich begeisterten, auch die Welten. Ich begann mich in die verschiedenen Methoden einzulesen, verlor mich beinahe in die Weite von YouTube Videos, Blogbeiträgen und Büchern.

Dann fand ich den Heiligen Gral für mich.

Leider finde ich das YouTube Video nicht mehr (falls du es findest, schick es mir gern per Mail). Es war ein Auszug aus einer Vorlesung. Der Redner erklärte auf Englisch, wie wichtig ein richtiger Weltenaufbau sei.

Daraufhin suchte ich in der Weite des Internets. Allerdings war die Methode der Buchbibel im deutschsprachigen Raum kaum verbreitet. Irgendwann fand ich eine Vorlage, die ich etwas modifiziert habe und dir auch gern zur Verfügung stelle.

Allein durch die Vorlagen des Aufbaus, durch das Befüllen der verschiedenen Charakterkarten entstanden für mich unzählige neue Ideen, auf die ich ohne diese Methode niemals gekommen wäre. Daher empfehle ich die Buchbibel wirklich von Herzen, wenn man den Weltenaufbau mit Tücke und Details ausschmücken mag.

Andere Autoren schwören auf die Schneeflocken Methode. Ich glaube, letztlich ist die Erstellung eines Buches, besonders mit einer fantastischen Welt, sehr wichtig. Natürlich hängt es von der Art des Romans ab.

Wie ich die Buchbibel für mich nutze

Sobald ich ein neues Buch, eine ganze Fantasy-Buchreihe mit Magiesystem, magischen Regeln und ganzen Königreichen entwickle, lege ich eine neue Buchbibel an.

Auch hier möchte ich davor warnen, sich darin zu verlieren. Schon mehrmals habe ich ganze Welten, ganze Bücher darin erstellt, nur um sie hinterher nicht zu schreiben, weil es für mich nichts mehr zu entdecken gab. Aber das ist ein persönliches Problem, das nichts mit dem System an sich zu tun hat.

Aber für mich hält diese Arbeitsweise wirklich einen Zauber für Autoren bereit. Denn hier kann man bereits die ersten Intrigen spinnen, dem Antagonisten einen liebenswürdigen Spleen schenken und den Überblick behalten, wenn man eine ganze Reihe schreibt. Sonst verzettelt man sich zu oft in Kleinigkeiten. Trag XY jetzt Kaffee oder Tee? Wo war die Narbe jetzt genau? Über dem linken Auge oder auf der rechten Pobacken.

Was sich zunächst also für Extraarbeit anfühlt, erspart dir letztlich viele Minuten, wenn du alles noch einmal nachlesen musst, weil du dir doch nicht mehr ganz sicher bist.

Über die letzten Bücher habe ich mir eine etwas chaotischere Herangehensweise angewöhnt – eine Unart, die ich auf jeden Fall mit etwas Weihwasser und ein paar beschwörenden Gesängen mir selbst wieder austreiben möchte. Ich erstelle mir nämlich ein grobes Gerüst von einem Land, die politischen Gegebenheiten und die ersten Grundzüge von meinen Charakteren. Und dann wird es wild.

Ich schreibe, schreibe, schreibe und verliere mich in den Geschichten.

Später stelle ich fest, dass ich die neuen Erkenntnisse wieder nicht eingetragen habe, stöhne und rolle theatralisch mit den Augen. Dann arbeite ich meine neuen Erkenntnisse nach. Das nennt man »Nachsitzen für Autoren«. Denn meine schlampige Arbeitsweise rächt sich – so oder so. Spätestens nach dem vierten Buch in der Reihe, wenn du »mal eben« etwas nachschauen musst. Dann kommen nämlich solche Gedanken auf:


  • In welchem Buch hatte ich das erwähnt?
  • Das müsste doch in dieser Szene stehen, wieso finde ich es nicht?
  • Hatten die zwei nicht einmal einen Streit? Wo hatte ich das angedeutet?


Glaubwürdiges Worldbuilding und liebenswürdige Antagonisten

Königreiche haben immer Gegner. Sei es eine kleine Rebellengruppe, ein anderes Königreich oder auch eine ganze Armee, die sie einnehmen möchte. Wir brauchen diesen Antagonisten, der die Geschichte erst zum Leben erweckt.

Aber der Bösewichte hat auch immer eine liebenswürdige Art. Der Mörder, der sich rührend um seine Mutter kümmert. Viannas Bruder, der Erschaffer aus dem Silberhaarwald, der seine Schwester zu sich holen wollte – aus Sehnsucht, war er vielleicht allein oder war er vielleicht doch einfach nur böse?

Ehrlich, diese positiven Eigenschaften versuche ich mir immer aufzuzählen, wenn man jemand beim Autofahren so richtig nervt. Ich sage mir dann immer: Auch diese Person wird geliebt. Sie muss gute Eigenschaften haben. Sie kann leider nur nicht Autofahren. :-)

Zurück zum Buchthema :-)

Aber wenn du ganze Gilden erstellst, eine Prinzessin auf den Thron setzt und ein Feindbild kreierst, sind diese »Bauklötze« ja niemals nur gut oder nur schlecht. Es gehört ja viel mehr dazu. Schließlich sind es meistens die realistisch wirkenden Dinge, die uns fesseln. Dabei meine ich auch explizit die realistischen Eigenschaften von fiktiven Personen. Verstehst du, was ich damit ausdrücken möchte?

Also, lade dir meine Vorlage herunter und probiere es gern aus. Wenn du mir auch noch eine Rückmeldung gibst oder auch Fragen hast, schreib mir gern. Ich liebe den Austausch mit anderen verrückten Welten-Erschaffern.

Buchbibel Hier geht es zum Download. Bitte auf das Bild klicken.


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Manchmal halte ich mich auch für eine Hexe. Für eine, die tief mit der Natur verbunden ist. Ein wenig wie der Faun, der die Letzte Insel bewacht hat (obwohl er ja nie einen echten Auftritt erhielt).

Tochter der Eiswasserhöhlen

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